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Für wen

Unter Menschenhandel verstehen wir eine grundlegende Verletzung der Menschenrechte, bei der eine Person durch Täuschung, Gewaltausübung oder Drohung angeworben und unter Zwang und/oder versklavungsähnlichen Bedingungen ausgebeutet wird. Zwecke der Ausbeutung, die im Sinne des deutschen Strafgesetzbuches als Menschenhandel gelten, sind die sexuelle Ausbeutung, Arbeitsausbeutung, Ausbeutung der Bettelei, Ausbeutung strafbarer Handlungen und die Ausbeutung zum Zweck der Organentnahme. 

Unsere Zielgruppe lässt sich in zwei Gruppen unterteilen:
Betroffene von Menschenhandel

 

Wir beraten alle Betroffenen von Menschenhandel, unabhängig von sozialer Herkunft, Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus, Religion, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Sprachkenntnissen sowie Personen, bei denen der Verdacht auf Menschenhandel besteht, wenn gewünscht anonym. 

Betroffene von Menschenhandel haben Rechte 
In den EU-Rechtsvorschriften werden Betroffenen von Menschenhandel Rechte auf Schutz und Unterstützung eingeräumt. Betroffene von Menschenhandel haben laut EU-Rechtsvorschriften einen Mindestanspruch auf: Beratung, Unterstützung und Aufklärung; Unterstützung bei der Sicherstellung des Lebensunterhaltes bspw. durch: Eine sichere Unterbringung, notwendige medizinische Behandlung, einschließlich psychologischer Hilfe, Beratung und Information Sprach- und Kulturmittlung nach Bedarf.

Kooperationspartner*innen und (Fach-)Öffentlichkeit


Wir beraten zudem Personen und Institutionen, die im beruflichen oder privaten Kontext mit Betroffen von Menschenhandel potenziell in Kontakt kommen könnten oder bereits kamen. Insbesondere Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen, Jurist*innen und Mitarbeiter*innen in Beratungsstellen, Behörden, Nichtregierungsorganisationen und anderen Institutionen (z. B. Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete, Migrationsberatungs-, Frauenberatungs- und Arbeitsrechts-beratungsstellen, Gesundheitsämter, Frauenhäuser sowie landesweite/regionale Arbeitskreise/Netzwerke sehen wir in dieser Zielgruppe. Durch Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für Fachkräfte und Aufklärungskampagnen wollen wir außerdem das Bewusstsein für die Thematik Menschenhandel in der allgemeinen Öffentlichkeit erhöhen.

 

Unser Angebot

Beratung und Unterstützung von Betroffenen von Menschenhandel:
 
  • Niedrigschwellige, kostenlose, selbstbestimmte gewalt- und traumasensible Beratung

  • Stabilisierung

  • Krisenintervention

  • Unterstützung bei der Erschließung neuer Perspektiven

  • Erstversorgung und Zugang zu Grundsicherung

  • Informationen

  • Allgemeine Informationen zu Menschenhandel, Rechten, Schutzmöglichkeiten und Strafverfahren

  • Informationen zu und Unterstützung in (aufenthalts- und sozial-)rechtlichen Fragen

  • Begleitung zu Behörden

  • Ggf. Vermittlung an andere fachliche Stellen

  • Unterstützung und Begleitung in polizeilichen Ermittlungsverfahren, Straf- und Zivilrechtsverfahren 

  • Aufsuchende Arbeit

  • Mobile Beratung

  • Beratung (Begleitung) bei der Rückkehr in das Herkunftsland und Vermittlung an NGOs im Herkunftsland

  • Unterstützung bei der Geltendmachung von Ansprüchen auf Schmerzensgeld, Schadensersatz und Opferentschädigungsleistungen 

  • Hilfen bei der Beantragung von Zuwendungen von Einrichtungen der Opferhilfe (z.B. Weißer Ring, Opferhilfe Sachsen, etc.)

  • Unterstützung bei Rückkehrwunsch ins Herkunftsland

Fachberatung, Informationen, Fortbildung und Sensibilisierung für Kooperations-
partner*innen und (Fach-)Öffentlichkeit:

 

  • Einzelfallbezogene Vernetzung und kollegiale Fallberatung

  • Beratung zum und Unterstützung im Umgang mit bestimmten Situationen, Problemlagen und konkreten Einzelfällen aus der Praxis

  • Vermittlung von relevanten Fachkontakten

  • Stärkung von Hilfesystemen, Netzwerken und neuen Kooperationen (z. B. regelmäßige Vernetzungstreffen)

Informationen:

  • Bereitstellen von Hintergrund- und Spezialwissen sowie Fachmaterialien (z. B. zu Menschenhandel, Rechtsbereichen und -ansprüchen, anwendbaren Verwaltungsvorschriften)

  • Informationen über fachspezifische aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen (regional sowie überregional, z. B. hinsichtlich Diskurse, Gesetzesvorhaben, in Kraft getretener Gesetze, Projekten)

  • Fortbildungs- und Sensibilisierungsangebote: zielgruppenspezifische Schulungen, Veranstaltungen und Workshops zu Menschenhandel, gezielten Präventions- und Unterstützungsmöglichkeiten in Thüringen

  • Lobbyarbeit

Bei Interesse an Fortbildungsveranstaltungen u. ä. zur Thematik können Anfragen direkt an die Mitarbeiter*innen der Fachberatungsstelle gestellt werden
(bekom@refugio-thueringen.de). Aktuelle Veranstaltungen finden Sie zudem hier.