Internationaler Tag gegen Menschenhandel am 30. Juli: Informationen, Unterstützung und Angebote – in Thüringen und bundesweit
- bekom thüringen

- 23. Juli
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Der 30. Juli ist der Internationale Tag gegen Menschenhandel. Er macht darauf aufmerksam, dass Menschenhandel und Ausbeutung weltweit stattfinden – und auch in Deutschland sowie in Thüringen relevant sind.
Für das Jahr 2022 – das derzeit aktuellste weltweit vergleichbare Datenjahr – wurden rund 70.000 Fälle von Menschenhandel registriert. Neuere Auswertungen der Vereinten Nationen (Bericht 2024) zeigen zudem, dass die Zahl der identifizierten Betroffenen nach der Pandemie wieder deutlich ansteigt. Insgesamt wurden zwischen 2020 und 2023 über 200.000 Betroffene erfasst, darunter etwa 38 % Minderjährige. Häufige Formen sind Arbeitsausbeutung (ca. 42 %) und sexuelle Ausbeutung (ca. 36 %). Diese Zahlen erfassen nur bekannte Fälle. Ein erheblicher Teil von Menschenhandel bleibt unentdeckt.
Auch in Thüringen sind Menschen von Ausbeutung betroffen – etwa in der Gastronomie, auf Baustellen, in Privathaushalten oder im Kontext von Zwangsprostitution. Der Zugang zu Unterstützung ist für viele Betroffene erschwert, etwa durch sprachliche Barrieren, Unsicherheit über Rechte oder Abhängigkeiten.
bekom thüringen ist die spezialisierte Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel im Bundesland. Sie unterstützt Menschen, die von sexueller Ausbeutung oder Arbeitsausbeutung betroffen sind oder bei denen ein entsprechender Verdacht besteht.
Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym und steht allen Betroffenen offen – unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus. bekom thüringen arbeitet unter dem Dach von refugio thüringen e.V. mobil in ganz Thüringen und bietet unter anderem:
psychosoziale Beratung und Stabilisierung
Krisenintervention
Unterstützung im Kontakt mit Behörden
Begleitung in Strafverfahren
Informationen zu Rechten und Handlungsmöglichkeiten
Neben der direkten Unterstützung von Betroffenen gibt es auch Angebote für Fachkräfte und Interessierte, die sich mit dem Thema auseinandersetzen möchten:
Der Bundesweite Koordinierungskreis gegen Menschenhandel (KOK) stellt aktuelle Informationen, Publikationen und Hintergrundmaterialien bereit und vernetzt Fachberatungsstellen bundesweit. (KOK gegen Menschenhandel)
Darüber hinaus bieten sowohl bekom thüringen als auch der KOK Fachschulungen und Sensibilisierungsformate für verschiedene Berufsgruppen an, um Menschenhandel besser zu erkennen und Betroffene angemessen zu unterstützen. (bekom-Veranstaltungen, KOK gegen Menschenhandel)
Der Zugang zu Informationen und Wissen ist ein wichtiger Bestandteil der Prävention. Menschenhandel kann nur erkannt und bekämpft werden, wenn Fachkräfte und Öffentlichkeit ausreichend sensibilisiert sind.
Wenn Sie Fragen haben, Unterstützung suchen oder einen Verdacht einordnen möchten, können Sie sich an eine Fachberatungsstelle wenden – in Thüringen an bekom thüringen oder bundesweit an die Online-Angebote des KOK.


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